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  • Die Fahrenden Gaukler übergeben ihr Spendensparschwein

    Gegen Gewalt undfür einen würdigen Lebensabschluss -
    Die „Fahrenden Gaukler“ übergeben ihr „Spendenschwein“


    Klick zur VergrößerungMit einer teils heiteren, teils ernsthaften Feierstunde haben die „Fahrenden Gaukler“ am Samstag, dem 8. April, die „Schlachtung“ ihres „Spendenschweins“ aus der diesjährigen Theatersaison zelebriert. In fast vollständiger Besetzung haben sie sich bei herrlichem Wetter am frühen Abend in der offenen, frühlingshaft dekorierten Scheune von Andrea Meub versammelt. Hier geht es familiär zu – jeder hat kulinarisch etwas zum Anlass beigesteuert und man hat sich eine Menge zu erzählen.

    So fröhlich das Treffen, so ernsthaft sind Anlass und Anliegen der Gaukler. Vor drei Jahren keimte die Idee auf, die Popularität der Theatergruppe, die längst über die lokale Ebene hinaus reicht, für gute Zwecke zu nutzen. Ein Spendenschwein steht am Ausgang jeder Vorstellung und soll – als Gauklers Lohn – vom Besucher reichlich bestückt werden. Stattliche 3.600 Euro sind diesmal zusammen gekommen. Und so dürfen sich (nach der Diakonie Zeilberg in Maroldsweisach 2014/15, dem Jugendwerk Oberlauringen, der Lebenshilfe Sylbach, dem Jugendzentrum Pfaffendorf und der Familie Lechner aus Gemeinfeld 2015/16) in dieser Saison die beiden Hospizabteilungen der Malteser Hilfsdienste in Haßfurt und Schweinfurt sowie die Außenstelle Haßberge des Weißen Rings über Spendenschecks in Höhe je von 1.200 Euro freuen.

    In seiner kurzweiligen Begrüßung gibt Stefan Conrad für Claudia Stadelmann und Klicl zur VergrößerungHildegard Schmidt, die als Vertreterinnen der genannten Organisationen angereist sind, einen informativen kleinen Überblick über die Entwicklung der „Fahrenden Gaukler“. Aber auch etliche Mitglieder der Theatergruppe lassen das Vorgetragene Revue passieren: 32 Jahre sind eine lange gemeinsame Zeit. In diesen Dekaden sind die Gaukler zu einer Institution geworden, die aus Friesenhausen nicht mehr wegzudenken ist. Noch immer sind einige Mitbegründer und eine große Zahl früh hinzu gestoßener Mitglieder mit von der Partie; sie werden des Spielens nicht müde, obwohl des Gauklers Winter – so weiß Stefan Conrad zu berichten – von Probenarbeit beherrscht wird, die Vorweihnachtszeit jede Ruhe vermissen lässt und das Neue Jahr gleich mit Theater – im besten Sinne - beginnt.

    Den Gästen, Claudia Stadelmann vom Malteser Hilfsdienst e. V. und Hildegard Schmidt vom Weißen Ring, bleibt nur, herzlich „Danke“ zu sagen. Claudia Stadelmann erzählt von den Eindrücken der Hospizarbeit, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Sterben als Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen und den Sterbenden selbst ein würdiges Lebensende zu ermöglichen. Hildegard Schmidt berichtet von der Gründung der Opferorganisation „Weißer Ring“ durch den vormaligen Fernsehmoderator Eduard Zimmermann, der bei aller Berichterstattung über aktuelle Kriminalfälle die Opfer zu wenig im Licht der allgemeinen Aufmerksamkeit sah. Der Weiße Ring arbeite, so führt sie im Anschluss aus, auch heute noch mit nur wenigen Angestellten, aber bundesweit über dreitausend ehrenamtlichen Helfern, die sich vorrangig um Soforthilfe, aber auch um langfristige Perspektiven für Opfer häuslicher oder sexueller Gewalt kümmern. Man sieht den Gauklern an, dass sie ihre Spende hier in guten Händen glauben.

    Klicl zur VergrößerungAuch Bürgermeister Dieter Möhring erinnert eindrücklich daran, dass viele Menschen im Verlauf des Lebens immer wieder durch soziale Einrichtungen aufgefangen werden müssen. Es sei umso wichtiger, hier auf gut organisierte Strukturen und Netzwerke zu stoßen, wie sie vom Weißen Ring und den Trägern der Hospizarbeit geknüpft werden. Anerkennend bezeichnet er die Auswahl der Spendenempfänger als „Klick zur VergrößerungVolltreffer“ und sichert auch für die Zukunft jede Unterstützung des sozialen Engagements der Fahrenden Gaukler, auch durch die persönliche Spende nach dem Theaterbesuch, zu.

    Und dann - nach aller berechtigten Ernsthaftigkeit und in dem Bewusstsein, Gutes getan zu haben, darf auch wieder gefeiert werden. Da sind sie dann wieder ganz in ihrem Element – die Spaßmacher, Komödianten, eine heitere Gesellschaft – Gaukler eben.

    Yvonne Bruckauf

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